Inhalt
Ein Projekt von Amt für Auswärtige Angelegenheiten
Ukrainisches Archiv: Von der Archivierung zu Rechenschaftspflicht und Wiederaufbau
Seit Beginn der russischen Invasion sammelt und bewahrt Mnemonic digitale Beweise zu mutmasslichen Kriegsverbrechen, schweren Menschenrechtsverletzungen und konfliktbedingten Zerstörungen in der Ukraine. Das Ukraine-Archiv von Mnemonic zählt mit über 7,6 Millionen Datensätzen zu den führenden Archiven seiner Art und dient als Grundlage für Ermittlungen, Gerichtsverfahren, journalistische Recherchen sowie internationale Berichterstattung.
Das Projekt verfolgt das Ziel, die Rechenschaftspflicht für schwerste Verbrechen zu stärken und Betroffene auf ihrem Weg zu Gerechtigkeit zu unterstützen. Hierzu werden Open-Source-Informationen wie Videos, Fotos, Dokumente oder Satellitenbilder nach internationalen Standards gesichert, verifiziert und langfristig archiviert.
Neben der Archivierung und Analyse digitaler Beweismittel unterstützt Mnemonic auch Menschenrechtsorganisationen, Ermittlungsbehörden, Staatsanwälte, Medien und zivilgesellschaftliche Akteure beim professionellen Umgang mit digitalen Beweisen. Darüber hinaus setzt sich die Organisation gemeinsam mit internationalen Partnern für die Integration internationaler Standards in die ukrainische Rechts- und Verfahrenspraxis ein.
Mit seinem Beitrag unterstützt Liechtenstein die Sicherung wichtiger Beweise für zukünftige nationale und internationale Strafverfahren und leistet damit einen Beitrag zu Gerechtigkeit, Rechenschaftspflicht und dem langfristigen gesellschaftlichen Wiederaufbau der Ukraine.
Projektziele
Archivierung und langfristige Sicherung von mindestens 600'000 neuen digitalen Datensätzen zu mutmasslichen Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen.
Erstellung von mindestens fünf vertraulichen Analyseprodukten zur Unterstützung von Justiz-, Rechenschafts- und Entschädigungsprozessen.
Veröffentlichung von mindestens zwei vertieften Untersuchungsberichten in Zusammenarbeit mit ukrainischen und internationalen Medienpartnern.
Stärkung der Kapazitäten von Medien, Menschenrechtsorganisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen im Umgang mit digitalen Beweismitteln.
Unterstützung von mindestens drei strategischen Forschungs- oder Rechtsprojekten ukrainischer und internationaler Partnerorganisationen.
Förderung der Integration internationaler Standards für Open-Source-Beweise in die ukrainische Gesetzgebung und Verfahrenspraxis.
Fakten zum Projekt
Land und Region:
Ukraine
Projektdauer:
2025-2026
Gesamtbetrag:
CHF 150'000